Lebensmittel natürlich kühlen

Lebensmittel natürlich kühlen. Für die meisten Speisen gilt: Je länger sie einer Umgebungstemperatur von über 10 – 15° C ausgesetzt sind, desto schneller verderben sie. Dabei steigt der Verfallsprozess indirekt stark proportional mit jeder weiteren Temperaturerhöhung. Besonders im Sommer stellt dies ein Problem dar. Kein Wunder, dass wir in der modernen zivilisierten Welt so ziemlich alles im Kühlschrank unterbringen.
Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern künstliche Kälte, insbesondere das „Klima“ des Kühlschrankes, Auswirkungen auf die darin deponierte Nahrung hat. Z.B. ergeben Kühlflüssigkeiten, in Kombination mit fehlender Frischluftzufuhr, einen unökologischen künstlichen Verdunstungskreislauf. Zunehmend verbreiten sich zudem Informationen, dass gewisses Obst und Gemüse außerhalb sogar länger hält wenn einfache Kriterien beachtet werden.

Unbestritten ist, dass bei der Vielzahl des im Kühlschrank Untergebrachten Geschmacksabfärbungen stattfinden, unter den Lebensmitteln selbst, aber auch zwischen ihnen und dem Kältekreislauf.
Grund genug sich einmal anzuschauen wie es funktioniert, Lebensmittel natürlich zu kühlen. Sei es weil man gerade keine Elektrizität zur Verfügung hat, sich ökologischer ernähren möchte, oder unterwegs keine andere Möglichkeit vorhanden ist.

Kühlschrank Boden

In diesem Zusammenhang stellt sich oft die Frage, wie hat man das Früher gemacht? Und: Wie kalt oder warm sollte es sein?

Wenn man Lebensmittel natürlich kühlen möchte, ist das Erdreich die nahezu beste Variante, denn hier existiert vielfältiges Potential auf unter 10°C zu kommen. Diese Temperatur braucht es, um eine sinnvolle Wirkung für mehr Haltbarkeit zu erzielen.
Im Sommer herrschen in 3 – 5 m Tiefe etwa 10 – 13 °C. Abhängig von Bodenbeschaffenheit und Lage sogar noch weniger. So kann ein entsprechendes Erdloch an einem schattigen Plätzchen locker weitere 3 °C darunterliegen. Was bietet sich hier also mehr an, als das Kühlgut in ein geeignetes Behältnis zu tun, um es unter der Oberfläche zu versenken… Im Idealfall schüttet man die Stelle wieder mit Erde auf. Dies hat einen Isoliereffekt. Zumindest sollte man die Grube abdecken, damit kein Sonnenlicht einfällt.
Wenn man im größeren Stil Lebensmittel natürlich kühlen möchte, wird das Thema „Naturkeller“ relevant. Das kann einerseits eine selbst gegrabene Höhle in einen Hügel hinein sein, oder auch ein bereits vorhandener Hohlraum in einem Gebirgsfels. Ebenso kommt dafür die Errichtung einer Behausung mit Natursteinen in Frage, über oder auch unter der Erde. Gesteine haben unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten. Je nach geografischer Region kann so auf örtliche Gegebenheiten reagiert werden. Ein richtiger Naturkeller hat konstante Temperaturen von 3 – 7° C.
Beim Bau zu beachten sind Feuchtigkeitsverhältnisse, wie Sickerwasser, Grundwasser und Stauwasser, sowie ein Konzept zur Luftzirkulation.

Lebensmittel natürlich kühlen - Naturkeller
Lebensmittel natürlich kühlen – Naturkeller

Wasser

Wasser spielte bei der Verlängerung der Haltbarkeit von Nahrung schon immer eine große Rolle. Man kann diesbezügliche Vorteile auch heute noch nutzen. Exemplarisch und simpel: In einem mit kaltem Wasser befüllten Eimer, in welchem im Sommer gern Getränke verstaut werden. Doch der Kühleffekt hält nicht lange an. Es braucht mehr H2O!
Lebensmittel natürlich kühlen an stehenden und fließenden Gewässern: Besonders Flüsse und Bäche haben auch in warmen Jahreszeiten einen großen Temperaturunterschied zur Umgebung. Früher hat man Speisen in ein Tongefäß mit Deckel gelegt, anschließend an einer sicheren Stelle des Wasserlaufes festgemacht oder versenkt.

Verdunstungsprinzip

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines nassen Tuches. Man wickelt damit alles ein, oder deckt es ab. Mit dem Trocknen des Stoffes ergibt sich bei der Verdunstung ein physikalisch bedingter Temperaturunterschied in Form von „Kühle“, welche zuerst an die nähere Umgebung abgegeben wird. Der Effekt ist verhältnismäßig lang anhaltend, damit gut geeignet, auf Speisen über mehrere Stunden zu wirken.

Gefäße mit Verdunstungsprinzip

Lebensmittel natürlich kühlen - Verdunstungstopf
Lebensmittel natürlich kühlen – Verdunstungstopf

Bereits in der Antike erkannte man die Kälteausbeute bei Verdunstung. Das Prinzip wurde in speziell konstruierten Tontöpfen angewendet. Die Gefäße bestanden aus innen hohlen Wänden, deren Ränder oben weitestgehend offen waren, sodass man Wasser einfüllen konnte, selbiges so auch gut evaporierte. Je nach gewünschter Effizienz wurde anstatt auch nasser Sand benutzt, der zwar nicht so stark herunterkühlte, dafür aber sehr viel länger frisch hielt. Großer Vorteil der Konstruktion: wenn der Sand nicht mehr feucht war oder der Füllstand an Flüssigem sich dem Ende zuneigte, musste man einfach Wasser nachschütten… Lebensmittel natürlich kühlen, besser geht es wahrscheinlich nicht! Das Prinzip kann absolut jeder in simpler Form zu Hause realisieren, indem einfach 2 unterschiedlich große Tongefäße ineinander gesetzt werden, fertig ist der Naturkühlschrank! Wer es größer braucht, baut eine 2 – 3 Kubikmeter große Kammer aus Tonziegeln mit einer zusätzlichen Umrandung in ca. 15 cm Abstand, dessen Zwischenraum mit feuchtem Sand befüllt werden kann. Als Abdeckung kann feuchter Stoff dienen, oder einfach eine Holzabdeckung um direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren.

Wichtig: Bei diesem Kühlprinzip entsteht viel Luftfeuchtigkeit. Nicht geeignet für Zwiebeln, Knoblauch, Erdäpfel, Mangold, Mais! Wasserreiches Gemüse und Obst profitiert dagegen, wie Tomaten, Melonen, Paprika, Salate usw., aber auch Karotten, Gurken, Radieschen.

Das Thema Lebensmittel natürlich kühlen, machen sich auch einige Hersteller zunutze. Angefangen von sogenannten Kühl- und Freshboxen mit ähnlichem Verdunstungsmechanismus, über Isolierbehälter deren Wände mit Wasser befüllbar sind, bis zu Taschen mit intelligenten Stoffschichtungen.

Ökologie

Wie man feststellen kann, existieren vielfältige Möglichkeiten. Selbstverständlich gibt es Produkte, die elektrisch gekühlt einfach besser aufgehoben sind, wie Wurst- Fleischwaren, Butter, Fischprodukte.
Ökologisch wäre eine kombinierte Nutzung. Das geht auch zu Hause. Ohne Garten, Wald oder Gewässer vor der Haustür. Lebensmittel natürlich kühlen, indem man Obst, Gemüse etc. einfach in einer Isolierbox oder Kühltasche an einem schattigen Plätzchen oder im Keller unterbringt. Die empfindlichen Speisen dagegen im Kühlschrank. Bei Konsequenter Anwendung ergibt sich nicht mehr die Notwendigkeit ein großes Kühlsystem zu unterhalten, sondern ein kleineres mit weniger Stromverbrauch.

Redaktion
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