Lebensmittel richtig aufbewahren. Eine Frage von Ort und Behältnis

Warum haben Obst, Gemüse, Brot & Co zu Uromas Zeiten länger gehalten als heute? Und das, ohne an Geschmack zu verlieren? Lebensmittel richtig aufbewahren ist keine Fragen des perfekten Kühlschrankes, sondern des Ortes, im idealen Behältnis.
Der größte Fehler, den viele bei der Lagerung von Nahrung begehen, ist der Glaube, dass bei künstlicher Kälte alles am längsten hält… Auch hinsichtlich Geschmackserhaltung ist der Kühlschrank eher nachteilig.
Gewusst wie. Mit ein paar einfachen Tricks bewahrst Du Deine Lebensmittel richtig auf: Länger, frischer, ökologischer.

Kälte, der Feind von Gemüse mit hohem Wasseranteil

Um Lebensmittel richtig aufzubewahren, vor allem Gemüse mit einem hohen Anteil an Flüssigem, ist Kälte die falsche Lösung. Allgemein bewirken niedrige Temperaturen eine Verlangsamung von Stoffwechselabläufen, damit auch diesbezügliche Zersetzungs- und Zerfallsprozesse. Die Folge: Organisches bleibt besser erhalten. Nachteilig wirkt sich dieses Prinzip bei Lebensmitteln aus,
deren Flüssigkeitsbedarf in der Verstoffwechselung von einem hohen Grundverbrauch geprägt sind. Wie zum Beispiel bei Tomaten, Gurken, Paprika, Zuchini, Radieschen oder Melanzani. Kälte bringt den Wasserkreislauf nahezu zum Erliegen. Dadurch verdirbt das Gemüse sogar viel schneller und verliert an Aroma.
Besser deponiert man es in einer Holzschale oder Holzkörbchen bei etwa 15°C im Dunklen. Lebensmittel richtig aufbewahren aber wo? In dem Fall ist der ideale Ort sicherlich der Keller.

Folien – nicht zur Langzeitlagerung geeignet

Wer kennt das nicht: Schnell mal die Pausenstulle für den nächsten Tag schmieren, in Folie wickeln oder in einer kleinen Plastiktüte verstauen, und ab damit in die Tasche. Für solche Transportzwecke, aber auch aus hygienischen Gründen, falls mal was ausläuft, sind Folien eine praktische Sache. Für Langzeitlagerungen aber vollkommen ungeeignet. Am häufigsten wird Brot in Folie eingewickelt, doch es muss atmen. In einer Folie fängt es an zu schwitzen und zu schimmeln. Für anhaltende Frische ist der klassische Römertopf aus Ton zu bevorzugen, Brotkästen oder spezielle Brotkörbe. Am besten zusammen mit einem Brottuch, welches den Laib oder Scheiben vollständig bedeckt.

Manches passt nicht zusammen

„Unterschiedliche Lebensräume.“ So könnte man den nächsten Absatz zum Thema – Lebensmittel richtig aufbewahren – betiteln.
Wer in südländischen Gefilden einmal zu Besuch auf einem Markt war, hat es vielleicht schon gesehen: Bananen werden dort nicht auf dem Tisch präsentiert, sondern hängend. Derart werden sie nicht so schnell braun. Eine Obstschüssel – also eine Lagerung zusammen mit z.B. Äpfeln – schließt sich damit aus. Es gibt aber auch noch einen weiteren Grund, weshalb Bananen nicht zusammen mit Äpfeln aufbewahrt werden sollten. Bananen reifen auch nach der Ernte weiter. Dabei geben sie besonders viel des Pflanzenhormons Ethylen ab, welches den Reifeprozess stetig beschleunigt. Ethylen beeinflusst aber auch den Stoffwechsel von anderen Früchten. Deshalb Bananen getrennt von Obst und Gemüse aufbewahren, idealerweise bei Zimmertemperatur und wenig Licht. Es gibt dafür spezielle Bananenständer in verschiedenen Größen und Formen.

Käse, der Leistungssportler

Hochleistungssportler benötigen viel frische Luft zum atmen. Genauso verhält es sich beim Käse. Man sollte ihn nicht in luftabschließenden Materialien, wie Folien oder Büchsen einsperren. Denn auch er reift ständig weiter, benötigt dazu den Hauch des Äthers. Aroma und Haltbarkeit werden besser in einer Käseglocke, typischem Käsepapier, einem angefeuchteten Stoff oder Bienenwachstuch verlängert.

Cremiger Frischkäse macht eine Ausnahme. Er sollte möglichst luftabgeschlossen verwahrt werden.

Manche mögen`s warm

aufgrund des geringeren Wärmegrades nicht wachsen. Will heißen, mehr Temperatur bedürfen. Diese Bedingungen sind zwischen den Breitengraden von 23,5° bis 40° zu finden.
Auch wenn hierzulande inzwischen künstlich, oder durch Züchtungen, die ein oder andere Südfrucht gedeiht, ist ihr zu Hause da, wo es konstant warm ist. Genauso verhält es sich, wenn man diese Lebensmittel richtig aufbewahren möchte. Orangen, Mandarinen, Mangos, Papaya und Co bewahrt man bei Zimmertemperatur im Obstkorb auf. Selbst Angeschnittenes bleibt derart sogar mehrere Tage frisch.

Jahrhunderte bewährt: Der Jutesack

Jutesäcke setzt man seit Etablierung von Vorratsproduktion in der Landwirtschaft ein, als Aufbewahrungs- und Transportlösung. Die Jutefaser ist ein reißfestes Naturprodukt mit hohem Wasseraufnahme- und Abgabevermögen. Das Material hat keine Eigenschaften Aroma zu beeinflussen, oder generell mit Inhalten zu reagieren. Durch seine Gewebestruktur ist der Sack dennoch luftdurchlässig. Diese Beschaffenheit prädestiniert nicht nur Getreide und Kartoffeln darin aufzubewahren, sondern in der Küche ebenso Knoblauch, Zwiebeln und wasserarmes Obst, exemplarisch Feigen, Äpfel, Birnen. Aber auch Brokkoli, Blumenkohl und Kräuter sind in Jutesäcken gut gelagert, für lange Frische. Um Küchen- Lebensmittel richtig aufzubewahren, gibt es Lösungen in verschiedenen Größen und Formen. Man kann sie in Griffnähe aufhängen oder legen.

Empfindlich

Lebensmittel richtig aufbewahren - Pilzkorb für Kühlschrank
Lebensmittel richtig aufbewahren – Pilzkorb für Kühlschrank

Leider werden in der Massenproduktion immer noch die meisten Nahrungsprodukte in Verpackungen gepresst, welche dem Inhalt nicht zuträglich sind. Zuvorderst in Form von Plastikschalen, überzogen mit einer Folie. Das Innere wird rasch feucht. Zusammen mit ungenügender Frischluftzufuhr fängt der Inhalt schon nach wenigen Stunden an zu schimmeln.
Lebensmittel richtig aufbewahren: Besonders Pilze sind diesbezüglich sehr empfindlich. Nimm Pilze gleich nach dem Einkauf aus ihrer Verpackung, deponiere sie entweder in einem Jutesack, einer Papiertüte, einem luftdurchlässigem Gefäß (z.B. einem kleinen Korb) oder Geschirrtuch im Kühlschrank. Wichtig: Nicht quetschen!

Nahtlose Kühlkette

Bei Fleisch und Fisch sollte eine Lagertemperatur von 4°C nicht überschritten werden. Das gilt für Frischfleisch von der Theke und geöffnete Packungen. Möchte man diese für längere Zeit konservieren, dann ist das Tiefkühlfach bei dauerhaften minus 18°C der richtige Ort. Wichtig ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Das heißt, vom Einkauf im Supermarkt bis zum Einlegen in den Kühlschrank sollten nicht mehr als 20 Minuten vergehen, es sei denn die Produkte werden unmittelbar nach dem Einkauf in eine Kühlbox gelegt. Geöffnete Packungen für den zeitnahen Verzehr verbringt man aroma- und haltbarkeitsverlängernd in einen luftabgeschlossenen Glasbehälter oder Edelstahlgefäß.

Lebensmitteldosen aus Edelstahl

Lebensmittel richtig aufbewahren bei Essbarem aus Dosen: Schon Oma hat immer wieder angemahnt: „Füll die Reste aus offenen Konserven in ein Glas oder in den kleinen Edelstahlbehälter und mach den Deckel drauf!“
Generell ist es eine gute Idee, umzufüllen. Handelsübliche Konservendosen bestehen aus Weißblech, Anteile von gesundheitsbedenklichen Zinn können auf den Inhalt übergehen.
Um dem entgegenzuwirken, beschichten viele Hersteller inzwischen die Oberflächen mit Kunststoff. Dort lauert aber die Gefahr der Freisetzung von BPA`s – einer von vielen Institutionen als gesundheitsschädlich eingestuften Plastik.

Weshalb Edelstahlgefäße besser sind: Edelstahl gilt wegen seiner Materialeigenschaften und glatten Oberfläche als sehr hygienisch. Es können sich dort keine Bakterien festsetzen. Ein Deckel hält Luftzufuhr von Außen fern, reduziert damit Stoffwechselaktivitäten, sprich Verfall. Alternativ kann es auch eine Wurstdose/ Fischdose aus lebensmittelechter Plastik sein.

Redaktion
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